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Welche Arten von Plagiaten gibt es und wie kannst du diese vermeiden?

Veröffentlicht am 11.05.2018 von Marcel Hirsch

Original oder Plagiat bei der Abschlussarbeit

Viele Menschen plagiieren nicht mit dem Vorsatz, geistige Werke als eigenständige Texte auszugeben. Häufig führen Unsicherheiten in der Kenntlichmachung von fremden Texten dazu, Plagiate zu verwenden.
Sofern du aber Plagiate nutzt, ganz gleich ob mit oder ohne Vorsatz, verstößt du gegen geltende Urheberrechte, die in jedem Fall rechtliche Schritte oder institutionelle Sanktionen nach sich ziehen. Aus dem Grund ist es für dich wichtig, ein Plagiat rechtzeitig als solches zu erkennen. Voraussetzung dafür ist, dass du die Arten der Plagiate auseinanderhalten kannst, um in keine Plagiatsfalle zu tappen.

Was ist nun ein Plagiat?

Ein Plagiat erfüllt den Tatbestand einer unrechtmäßigen Wiedergabe von fremden Texten, gleich ob wissenschaftlichen, populärwissenschaftlichen oder narrativen Texten, die als Druckerzeugnisse oder im Internet zu beziehen sind, sofern du nicht die Originalquellen in der vorgeschriebenen Zitation angibst.

Wo liegt die Grenze zu einem Plagiat?

Fachspezifisches Allgemeinwissen muss nicht belegt werden, was die Frage aufwirft, ab wann kannst du von einem spezialisierten Fachwissen ausgehen, das urheberrechtlich geschützt werden muss. Die Antworten gehen hier weit auseinander und müssen von Fall zu Fall, auch unter Berücksichtigung der angewendeten Textsorten, entschieden werden.
Eine zusätzliche Gefahr besteht darin, dass die Grenzen zwischen Ihren Transferleistungen und einem unbeabsichtigten Wissensdiebstahl fließend sein können. Wie du dieser Gefahr entgehst, erfährst du unter der Fragestellung: Wie vermeide ich Plagiate? Zuvor aber musst du dich mit den Arten der Plagiate befassen.

Welches sind die häufigsten Arten von Plagiaten?

Komplettplagiat (Textplagiat)

Wenn du die Quellenangaben für die Wiedergabe von einer oder mehreren Textstellen vergisst, handelt es sich um ein Komplettplagiat (Textplagiat). Eine absichtliche Täuschung liegt dann immer vor, wenn du weder das Fremdwerk als Zitat kennzeichnest, noch die entsprechende Fußnote angibst und auch nicht die Quelle im Literaturverzeichnis aufnimmst.
Unbeabsichtigte Komplettplagiate entstehen auch dadurch, dass du die Textstelle als Zitat nicht durch Anführungszeichen sichtbar machst oder die Fußnote hinter dem Zitat vergisst. Gleiches gilt für die Nutzung einer Textstelle aus einem Fremdwerk, sofern du die Originalquelle im Literaturverzeichnis nicht kenntlich machst.

Strukturplagiat

Du kannst von einem Strukturplagiat ausgehen, wenn du die Gliederung, den Satzaufbau, die Syntax, Wortformulierungen und Teile der Literaturverzeichnisse eines Fremdtextes, ohne dass du deren Quellen aufgelistet hast, wiedergeben.

Satzteilplagiat

Wie der Name es bereits sagt, werden bei einem Satzteilplagiat nur Satzteile aus Fremdwerken übernommen, während die anderen Satzteile aus dem eigenen Gedankengut stammen. Wissenswert ist für dich in diesem Zusammenhang, dass die Satzteilplagiate meist von der gängigen Plagiatssoftware übersehen werden.

Ideenplagiat

Wenn die Syntax und die Wortwahl aus der Originalquelle vollständig verändert werden und nur noch die Idee des Fremdwerks übernommen wird, hast du es mit einem Ideenplagiat zu tun, was im vollen Umfang dem Diebstahl fremden Gedankenguts entspricht.

Übersetzungsplagiat

Erfolgt die Übersetzung von Gedanken und Textstellen aus einem fremdsprachigen Werk ohne Angabe der jeweiligen Quellen, beschreibt Ihnen dieses Vorgehen das Übersetzungsplagiat.

Shake & Paste-Plagiat

Das Quellenmixplagiat heißt auch Shake & Paste-Plagiat und fällt durch das wahllose Mixen von Sätzen oder ganzen Absätzen auf. Ihnen wird beim Lesen eines solchen Textes sofort klar, dass die Kohärenz verloren gegangen ist.

Eigenplagiat

Wenn du Teile deiner wissenschaftlichen Arbeit, die du bereits veröffentlicht hast, nicht als Originalquelle angibst, handelt es sich um ein Eigenplagiat. Das Paradoxon bei einem Eigenplagiat ergibt sich aus der Tatsache, dass du im eigentlichen Sinne keinen geistigen Diebstahl begehst, handelt es sich doch bei der Originalquelle um deine kognitive Eigenleistung.

Wie kann ich Plagiate vermeiden?

1. Wähle eine Originalquelle, was nichts anderes bedeutet, als dass du ausnahmslos auf Primärliteratur zugreifst.
2. Nutze Plagiatssoftwares, die sich als besonders hilfreich bei dem Herausfiltern von Komplett- und Strukturplagiaten herausgestellt haben.
3. Eine zusätzliche Gefahr besteht darin, dass die Grenzen zwischen Ihren Transferleistungen und einem Wissensdiebstahl fließend sein können. Folglich solltest du am Anfang Ihrer Textarbeit alle direkten, indirekten und sinngemäßen Zitate als Fremdbezüge kennzeichnen, um sie nicht mit deinen kognitiven Eigenleistungen zu vermischen. Unbeabsichtigte Quellenmixplagiate können auf die Weise verhindert werden. Bedenke: Zitate dienen ausschließlich dazu, Ihre eignen kognitiven Leistungen zu unterstützen.
4. Beachte auch, dass die Grenze zwischen dem fachspezifischen Allgemeinwissen, das du nicht belegen musst und dem spezialisierten Fachwissen, für das Quellenangabe-Pflicht besteht, fließend ist.
5. Unterrichte dich über die jeweiligen Zitationen, die von Universität zu Universität unterschiedlich sein können.
6. Vermeide Ideenplagiate, indem du zwischen Schreibarbeit und dem Gesamtstudium der Primärliteratur eine Zeit für Ihre Originalideen, die du mittels einer Mind-Map notieren könntest, verstreichen lassen.
7. Formuliere deine Text mit eignen Worten, indem du eine Distanz zu dem Gelesenen aufbaust und es anschließend deiner Sprache anverwandelst.
8. Weil Übersetzungsplagiate in der Wissenschaft deutlich häufiger vorkommen als andere Arten von Plagiaten und weil sie von Plagiatssoftwares meist übersehen werden, ziehe für die zu übersetzenden Textstellen einen zweiten versierten Übersetzer heran, um keine bösen Überraschungen bei der Bewertung Ihres Textes zu erleben.

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