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Bachelorarbeit schreiben – den inneren Kritiker ausschalten

Veröffentlicht am 05.07.2017 von Marcel Hirsch

Bachelorarbeit schreiben - nicht verzweifeln

Den inneren Kritiker besiegen

Du hast noch nie etwas von einem inneren Kritiker gehört? Doch, bestimmt! Uns ist häufig nur nicht bewusst, dass er da ist. Denn unser größter Kritiker ist häufig keine andere Person, sondern wir selbst. Und dieser kann dir das Schreiben deiner Bachelorarbeit deutlich schwerer machen, als es eigentlich ist.
Ähnlich wie der innere Schweinehund, redet dir der innere Kritiker gerne ein, dass deine Arbeit schlecht oder von keiner Bedeutung ist. „Du solltest das besser lassen, das wird eh ein Desaster“, scheint er dir zu sagen – und deine Schreibarbeit für heute ist gelaufen. Du änderst den Absatz zum dritten Mal und kommst einfach nicht voran, bis du schließlich aufgibst.

Druck deine Diplomarbeit möchte dir deshalb ein paar Tipps und Tricks verraten, wie du deinen inneren Kritiker einfach mal Kaffee holen schickst, damit du dich voll und ganz auf das Bachelorarbeit schreiben konzentrieren kannst.

Warum sind wir so besessen von unserem inneren Kritiker?

Tagtäglich werden tausende kreative Arbeiten, Gedanken, Taten und Werke einfach begraben, ohne dass sie weiterverfolgt werden. Wir hören tatsächlich mehr auf unseren inneren Kritiker, als wir denken.

Denn auch im Alltag lässt er uns nicht los: „Du bist zu dick“, „du bist zu dünn“ und wir geben ihm sogar Recht. Bei der Beseitigung des Problems begegnen wir dann unserem Schweinehund, der gerade Gassi geht. So legen wir uns wieder auf die Couch, denken „Die Diplomarbeit, die hat ja noch Zeit.“ – und die Zeit rennt dir davon.

Tipps und Tricks um den inneren Kritiker Kaffee holen zu schicken

Den Kritiker hinterfragen

Den Kritiker zu hinterfragen, ist der erste Schritt, ihn zu besiegen. Sind seine Anschuldigungen überhaupt gerechtfertigt? „Dein Thema ist sowieso total daneben!“ – siehst du das auch so? Wenn ja, hast du noch die Möglichkeit dein Thema zu ändern oder welche Möglichkeiten gibt es, deine Bachelorarbeit trotz ungenauer Themenauswahl in die richtige Richtung zu lenken?

Indem du dich deinem inneren Kritiker stellst, findest du Lösungen. Manchmal kannst du direkt einige Vorwürfe des inneren Zensors über Bord schmeißen, andere dagegen bringen dich vorwärts.

Kleine Ziele setzen

Viele Studenten überschätzen die Zeit und den Umfang einer Bachelorarbeit. Durch den immer größer werdenden Zeitdruck wird auch der innere Zensor immer kritischer. Komplette Unzufriedenheit, der Drang, immer sofort zu korrigieren – all das entfernt dich weiter vom großen Ziel: deiner fertigen Bachelorarbeit.

Setze dir deshalb kleine Etappenziele. Das kann ein Kapitel pro Tag, eine bestimmte Anzahl von Seiten oder eine Stundenzahl sein – wichtig ist, dass du an deinen Zielen festhältst und dich nicht beirren lässt.

Das Erreichen kleiner Ziele fördert die Motivation und hat einen weiteren Pluspunkt: Du kommst voran, ohne dich von deinem inneren Kritiker beeinflussen zu lassen.

In Selbstdisziplin üben

Deiner inneren Stimme einmal nicht zu folgen und die laute Stimme in deinem Kopf einmal zu ignorieren, kann Wunder wirken. Es erfordert aber vor allem eines: Selbstdisziplin.

Denn von klein auf bekommen wir beigebracht, etwas neu zu machen, wenn etwas nicht gut ist. So hören wir auch gerne auf unseren inneren Kritiker. Häufig verlieren wir dadurch aber auch das Positive aus den Augen.

Eine große Hilfe dich in Selbstdisziplin beim Schreiben zu üben, kann deine Recherche vorab sein. Planst du genügend Zeit für deine Recherche ein, drängelt es dich förmlich, endlich dein Wissen auf Papier zu bringen – denn du hast ja auch viel zu erzählen. So fällt es dir leichter, die Kritik in deinem Kopf zu ignorieren und einfach mal „zu erzählen“.

Die Qualität einmal außen vor lassen

Richtig gelesen! Aber… die Qualität ist doch das Wichtigste bei der Diplomarbeit?! Da hast du vollkommen Recht. Wenn dein Alltag aber geplagt ist von Schreibblockaden, tausend Mal denselben Satz zu korrigieren und vom einfach nicht vorankommen, solltest du diese Methode ausprobieren.
Wenn du weniger darauf achtest, wie du etwas schreibst, fällt dir die Schreibarbeit leichter. Hinterher kannst du immer noch an der Formulierung arbeiten, schließlich kommst du um eines sowieso nicht herum: Der Überarbeitungszeit – die Zeit, in der dein innerer Kritiker sowieso richtig viel zu tun hat!

Du wirst feststellen, dass dir das Überarbeiten hinterher auch viel leichter fällt. Denn du hast bereits einen geschriebenen Text, der nur noch „Schönheitsmakel“ aufweist. Einen Fleck auswaschen ist schließlich einfacher, als ein komplett neues Kleidungsstück zu nähen, oder?

Schreibblockaden – Lasse dich nicht von deinem inneren Kritiker bestimmen

Schreibblockaden werden häufig durch den inneren Kritiker ausgelöst. In unserem Artikel, wie Ihr beim Schreiben die Motivation nicht verliert, haben wir dir schon ein paar Tipps verraten, was ihr bei einer drohenden Schreibblockade tun könnt.

Was aber, wenn die Schreibblockaden überhandnehmen? Denke an deinen inneren Kritiker – schick ihn Urlaub, zum Kaffee holen, zum nichts tun. Das weiße Papier füllt sich nicht von alleine und irgendwann muss der Anfang gemacht werden. Also versuche, einfach drauf los zu schreiben.

Mithilfe deiner Gliederung und deiner umfangreichen Recherche sollte das funktionieren und wenn nicht – arbeite nach! Investiere lieber noch einmal Zeit in deine Recherchen, wenn du merkst, dass du noch zu unsicher beim Schreiben bist.

Den inneren Kritiker wirklich immer ausschalten?

Aber ist es wirklich immer sinnvoll, den inneren Kritiker verstummen zu lassen? Gerade bei Quellenangaben, Zitaten und Formatierungen kann die beipflichtende Stimme sinnvoll sein.

Häufig findet man die zitierten Stellen hinterher nicht mehr wieder, man erkennt keine Passagen mehr, bei der eine Quelle zu Einsatz kam oder kann die Quelle gar nicht mehr benennen. Daher kann es durchaus sinnvoll sein, hier auf die innere Stimme zu hören und sich zu zwingen, direkt die Daten einzupflegen.
Auch die Formatierung deiner Bachelorarbeit solltest du nicht bis zum Schluss aufschieben. Bringst du von Anfang an eine Struktur rein, hast du hinterher nicht nur weniger Arbeit, sondern hast von Anfang an einen roten Faden, an dem du dich orientieren kannst.

Schlussendlich muss aber jeder für sich die geeignete Methode finden. Wenn du eine Methode hast, mit der sich Quellenangaben, Zitate und Co. hinterher sinnvoll gliedern und zuordnen lassen, kannst du das natürlich auch hinter machen.

Genügend Zeit für die Überarbeitung einplanen!

Schaltest du den inneren Kritiker aus und schreibst einfach, solltest du die Überarbeitungszeit nicht außer Acht lassen. Deine Schreibarbeit geht zwar schneller von der Hand, hinterher benötigst du aber ausreichend Zeit, um auch kleine Rechtschreibfehler auszubügeln.

Deshalb solltest du genügend Überarbeitungszeit einplanen, am besten mehrere Wochen. So bist du auf der sicheren Seite und dein innerer Kritiker hat Zeit, um sich auszutoben. Das bedeutet nicht, dass du ganze Textpassagen löschen und wieder von vorne schreiben sollst: Konzentriere dich auf Sinnhaftigkeit und Formulierung.

Ist dein Kritiker schon in seinem Lieblingscafé angekommen und holt Kaffee? Dann hol dir auch einen, mach dich ans Schreiben und genieße die Ruhe!

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